Das Testspiel zwischen dem VfL Osnabrück und Schalke 04 ging für die Königsblauen glücklich aus. Mit zwei Punkten auf dem Zähler und keinem Gegentreffer verließen sie erhobenen Hauptes das Stadion an der Bremer Brücke in Osnabrück.
Mit dem Sieg startete das Team unter S04-Coach Miron Muslic (43) fürstlich in das neue Jahr. Doch reicht es am Ende, gegen einen Drittligisten zwei Tore zu schießen?
Schalke 04 benötigt mehr Durchschlagskraft
Aktuell erfreuen sich die Medien über das Tor von Moussa Sylla (26), das der Angreifer in der 61. Minute für die Gelsenkirchener eintütete. Immer wieder wird von der beendeten Torflaute des offensiven Leistungsträgers gesprochen, der in der Hinrunde der 2. Bundesliga nur viermal traf. Ist Sylla zurück? Oder handelt es sich letztlich um eine trügerische Momentaufnahme?
Trotz der beiden Tore – Moussa Sylla (61.) und Amin Younes (68. Minute) – steht der Angriff des FC Schalke weiterhin in der Kritik. Und das zu Recht: Die Tabellenspitze der 2. Bundesliga trifft lediglich zweimal gegen den Sechstplatzierten der dritten Liga? Und auch erst in der 61. Minute?
Während sich die Defensive Spiel für Spiel in ihrem besten Licht zeigt, schwächelt die Offensive. Und das, obwohl der Bosnier Muslic inzwischen einen klaren Fokus auf die Stürmer legt, wie Zaid Tchibara (19) nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining am eigenen Leib erfahren musste. Wann platzt der Knoten? Was braucht es, damit die Königsblauen endlich mehr Tore schießen?
Ron Schallenberg mit klarer Ansage
Gegenüber der RUHR24 verriet der Mittelfeldexperte Ron Schallenberg (27), was ihn am Gameplay störte. „Wir sind oft gut ins letzte Drittel gekommen, aber haben dann probiert, weiterzuzocken“, erwiderte er auf Nachfrage.
Übersetzt heißt das: Statt einen direkten Torabschluss auszuführen, spielt die Offensive vor dem gegnerischen Tor gern Pingpong. Es wird nach einem weiteren Pass gesucht, statt aufs Tor zu schießen. Damit verspielt man sich wertvolle Chancen.
Auch Miron Muslic bemängelte das bereits mehrfach in den Trainingseinheiten im Januar. Doch gefruchtet hat das anscheinend bisher nicht zu 100 Prozent.
Der FC Schalke muss sich mehr trauen
Von einem aggressiven Spielstil ist beim Angriff der Gelsenkirchener nicht viel zu sehen. Dabei müssen sich Gomis, Tchibara, Sylla und Co. einfach mehr trauen.
Ob sich dieser Umstand in den nächsten Pflichtspielen ändert, werden wir sehen. Auf jeden Fall arbeitet der Kader derzeit aktiv daran, direktere Wege zum gegnerischen Tor zu spielen. Und in der zweiten Halbzeit des Testspiels gegen Osnabrück sah die Geschichte auch schon wesentlich besser aus. Der FC Schalke 04 traf zweimal und holte sich den wohlverdienten Sieg.
Als Nächstes treffen die Knappen auf die Berliner von Hertha BSC (17. Januar um 20:30 Uhr). Schallenberg zumindest hat laut eigenen Aussagen „richtig Bock auf das Spiel“. „Das ist ein Spiel, bei dem wir direkt ein Statement setzen können“, ergänzte der routinierte Mittelfeldspieler.
Die Herthaner besetzen gegenwärtig den sechsten Tabellenplatz, sodass mit ihnen sicher nicht zu spaßen ist. Bei dem Auswärtsspiel kann Schalke 04 auf jeden Fall zeigen, was die Mannschaft in der Winterpause geübt hat.
