Die Schalke-Ultras lassen sich für gewöhnlich nichts gefallen. Jüngst ist der „leidenschaftlichen“ Anhängerschaft der Umsatz sauer aufgestoßen, dass Clemens Tönnies eventuell zurück zum Schalke 04 kehren will. Die Folge: Meterlange Banner im Zweitligaduell gegen Dynamo Dresden.
Was stand auf den Bannern? Und wieso wollen sie die Rückkehr Tönnies’ boykottieren?
Clemens Tönnies ins Ehrenpräsidium von S04?
Clemens Tönnies war jahrelang im Aufsichtsrat vom FC Schalke 04, löste allerdings einige Kontroversen aus. Nun soll er im Juli in das Ehrenpräsidium des Traditionsvereins gewählt werden. Die organisierte Fanszene schaltete darauf in der Nordkurve im Duell gegen Dynamo Dresden eindeutige Botschaften in Form von Spruchbändern.
Die Sprüche waren sehr eindeutig und provokant. Botschaften wie „Kein Ehrenpräsident für Ehrenlose“, „Verpiss dich, Tönnies!“ und „Halt dich an dein Wort, Schweinepriester.“ verzierten die Nordkurve in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen.
Die Ultra-Fangemeinde wirft Clemens Tönnies Dinge wie Vereinsschulden, Intrigen und Rufschädigung vor. Und das wollen sie unter keinen Umständen mit einem Ehrenpräsidium entlohnen.
Tönnies reagierte auf die Anschuldigungen
Zwischen 2001 und 2020 war Clemens Tönnies der Boss des Aufsichtsrates des FC Schalke. Und er bestimmte maßgeblich mit, was im Verein geschah. Im Juni 2020 zog er sich dann aus dem Aufsichtsrat auf Schalke zurück.
Der inzwischen 69-Jährige ist irritiert, wieso die S04-Ultras so reagieren und wer sie überhaupt sind. Gegenüber der „WAZ“ erläuterte er: „Wer sind die Ultras? Eine kleine und laute Gruppe in diesem großartigen Verein. Ehrlich gesagt habe ich mich in meiner aktiven Zeit kein einziges Mal über die vielen Anwürfe und Beleidigungen der Ultras gegen mich geärgert. Das Schalker Leitbild scheint ja nicht für sie zu gelten.“ Es scheint also schon damals viele Unstimmigkeiten mit den Ultras gegeben zu haben.
„Ich kann nicht verstehen, warum die Ultras jetzt so für Unruhe sorgen. Völlig unnötig, weil ich mir noch nicht einmal konkret Gedanken zur Anfrage des Ehrenpräsidiums gemacht habe. Es zählt gerade allein der Kampf um den Aufstieg. Da sollten jetzt alle Schalker zusammenhalten“, fuhr Clemens Tönnies im Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ fort.
Am Ende bleibt es also offen, ob Tönnies überhaupt für das Ehrenpräsidium aufgestellt werden will. Doch die Unterstützung der Ultraszene auf Schalke wird er definitiv nicht erhalten.