Borussia Dortmund hat in der laufenden Saison ein großes Minus zu verbuchen. Nach dem frühzeitigen Champions-League-Aus in Bergamo rechnen die Verantwortlichen mit einem schmerzlichen Verlust von bis zu 27 Millionen Euro. Das Defizit wirkt sich zeitgleich auf das Transferbudget des BVB aus. Doch die CL-Blamage der Dortmunder ist nicht der einzige Punkt, bei dem horrende Summen verloren gehen.
Sportliche Fehlinvestitionen verschärfen den Transferdruck
Im Sommer muss Borussia Dortmund unbedingt den dringend erwarteten Kaderumbau vollziehen. Dafür hat Kehl-Nachfolger Ole Book jedoch nur rund 25 Millionen Euro zur Verfügung. Wichtig ist, keine Fehlinvestitionen zu tätigen, um dem BVB nicht langfristig zu schaden.
Die Fehlentscheidungen stehen aber bereits mitten im Wohnzimmer des Vereins: Yan Couto, Cole Campbell und Julien Duranville. Bei den Schwarz-Gelben spielen die drei Akteure kaum eine Rolle. Dennoch liegt der Transferaufwand bei mehr als 32 Millionen Euro. Das immense Gehaltsvolumen verstärkt den Negativeffekt.
Yan Couto mit fünf Millionen Euro Gehalt
Der 23-jährige Yan Couto kostet den Verein jährlich geschätzt fünf Millionen Euro. Voller Erwartungen kam der Brasilianer nach Dortmund. Für rund 20 Millionen Euro plus vorheriger Leihgebühr von fünf Millionen Euro war er von Manchester City zu haben.
Der viermalige brasilianische Nationalspieler konnte bisher zwar einiges an Einsatzzeit sammeln, aber selten über die volle Länge. Sportlich gesehen liegt er beim BVB hinter Julian Ryerson.
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Das Problem bei Couto, der in dieser Saison 25-mal auf dem Rasen stand, zwei Tore schoss und drei weitere Treffer vorbereitete, ist die zu erwartende Ablöse. Mit einem aktuellen Marktwert von 20 Millionen Euro würde man höchstens Schadensbegrenzung betreiben, anstatt mit einem Plus (oder zumindest mit einer schwarzen Null) aus der Sache herauszugehen. Obendrein könnten die hohen Gehaltsforderungen viele Vereine abschrecken, auch wenn der Ruf von Yan Couto in internationalen Gewässern weiterhin Bestand hat.
Wissenswert: Das aktuelle Arbeitspapier von Couto bei Borussia Dortmund läuft noch bis Sommer 2030, sodass er den Verein im schlimmsten Fall weitere 20 Millionen Euro kosten könnte.
Julien Duranville ist verletzungsanfällig
Julien Duranville ist zwar talentiert, doch zeitgleich sehr verletzungsanfällig. Mehrere Ausfälle warfen ihn bei Borussia Dortmund zurück, weshalb er als Antwort eine Leihe im Winter beim FC Basel antrat.
Duranville kam für rund 8,5 Millionen Euro im Sommer 2023 vom RSC Anderlecht, doch gerechnet hat sich der Deal bislang nicht.
Auch in der Schweiz kommt der 19-jährige Flügelflitzer in seiner Leihzeit gerade einmal auf elf Pflichtspieleinsätze, ein Tor, einen Assist sowie 472 Spielminuten. Im Ruhrpott hat man sich mehr von der Leihe versprochen, weshalb im Sommer eine neue Lösung her muss.
Der Linksaußen, der genauso auf der rechten Seite spielen kann, könnte zu den Abgangskandidaten im Sommer gehören. Unter BVB-Coach Niko Kovač hat Duranville keine Zukunft, ließ er in der Pressekonferenz vor der Winterpause verlauten.
Der zweimalige belgische Nationalspieler wird den Schwarz-Gelben obendrein keine große Summe in die Kasse spülen. Sein derzeit geschätzter Marktwert liegt bei sieben Millionen Euro und sein Arbeitspapier behält bis Sommer 2028 seine Gültigkeit.
Cole Campbell ebenfalls häufig verletzt
Auch Cole Campbell gehört beim BVB zu den verletzungsanfälligen Kandidaten. Im Winter wurde der 20-Jährige an die TSG Hoffenheim ausgeliehen. Eine Kaufoption von rund zehn Millionen Euro ist inkludiert.
In der Rückrunde stand Campbell gerade einmal für 25 Minuten auf dem Platz. Nach zwei Kurzeinsätzen dürfte wohl klar sein, dass die Hoffenheimer die Kaufoption nicht aktivieren werden.
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Auch in der Hinrunde kam der US-Amerikaner kaum zum Einsatz. In der Bundesliga hatte er drei Kurzeinsätze und kommt auch dort auf schmale 41 Minuten. Etwas mehr Spielzeit erhielt der Flügelspieler in Liga 3 sowie in der Regionalliga West. In Summe stand er dort viermal auf dem Rasen und erzielte knapp 300 Einsatzminuten. Auch das ist schlichtweg zu wenig.
BVB-Akteure entwickeln sich zu Symbolfiguren
Sowohl Yan Couto als auch Julien Duranville und Cole Campbell entwickeln sich gerade zu Symbolfiguren bei Borussia Dortmund – allerdings mit Blick auf die Fehlinvestitionen im Ruhrpott.
Lars Ricken und Ole Book stehen folglich vor einer schwierigen Aufgabe. Das ohnehin eng bemessene Transferbudget muss über geeignete Spielerverkäufe ausgeglichen werden. Allerdings werden die drei Akteure kaum Geld in die Kassen spülen, um die davor getätigten Investments auszugleichen. Es würde lediglich Schadensbegrenzung betrieben werden.
Eins steht fest: Jede weitere Saison würde die Fehlinvestition nur weiter verstärken. Außerdem zählt derzeit jeder Euro im Transferbudget, um den Kaderumbau zu bewerkstelligen.
Zur Misere bei Borussia Dortmund kommen dubiose Vertragsverlängerungen mit Ausstiegsklauseln hinzu, wie mit Nico Schlotterbeck, die sportlich bereits kritisch beäugt werden. Wird der neue Sportdirektor Ole Book die Herausforderung meistern? Oder reitet er den BVB noch weiter in die Bredouille?