Während der Abwehrchef Nikola Katić auf Schalke in der Hinrunde alles verteidigte, was nicht bei drei auf den Bäumen war, blitzte in der Hinrunde ein gewaltiges Tempoproblem beim bosnischen Verteidiger auf. Grund dafür war die taktische Umstellung von der Dreier- auf die Viererkette.
Schlussendlich stellt sich mit Blick auf die bevorstehende Bundesligasaison die Frage: Ist Nikola Katić beim FC Schalke zu langsam für eine Viererkette? Und wie sieht die logische Konsequenz aus?
Nikola Katićs Defizit machte sich bemerkbar
Katić ist unter Cheftrainer Miron Muslić ein gesetzter Spieler, so viel steht fest. In der abgelaufenen Spielzeit erhielt der Abwehrboss vom FC Schalke 04 insgesamt 2.451 Spielminuten sowie eine 76-prozentige Startelfquote.
Der bosnisch-kroatische Innenverteidiger kam erst im Sommer 2025 vom FC Zürich zu Schalke 04 nach Gelsenkirchen (450.000 Euro Ablöse) und etablierte sich durch sein Können umgehend als Stammkraft. Das belegen auch die Zahlen: In der Hinrunde – als Muslić auf eine Dreierkette (3–4–3) setzte, verteidigte der 29-Jährige ohne Kompromisse. In insgesamt 16 Spielen landeten die Gegner nur neun Treffer.
Doch in der Rückrunde machte sich bei Nikola Katić plötzlich ein gewaltiges Defizit bemerkbar: sein Tempo. Durch die Neuzugänge des Winters – also Edin Džeko, Adil Aouchiche, Moussa Ndiaye und Dejan Ljubičić – stieg S04-Trainer Miron Muslić auf eine 4-2-3-1-Formation um. Die Konsequenz war, dass Schalke an defensiver Stabilität verlor. Der königsblaue Beton erhielt Risse.
Der Abwehrchef Katić und seine Teamkollegen erhielten in zehn Spielen 14 Gegentreffer. Hingegen regnete es nur sieben Gegentore in sieben Pflichtspielen, als der Verteidigungschef fehlte (Sperre, Knieprobleme).
Katić–Aus oder Rückkehr zur Dreierkette?
Bevor die neue Spielzeit beginnt, muss sich Miron Muslić über die Taktik Gedanken machen. Dabei muss er sich fragen, ob Nikola Katić eher weniger zum Einsatz kommen sollte, oder ob es Sinn ergibt, zur klassischen Dreierkette zurückzukehren.
Katić selbst ist ein Mentalitätsmonster, dem es allerdings an Tempo in den entscheidenden Gegenangriffen fehlt. Bei einer Dreierformation würde der 29-jährige Innenverteidiger erneut als „Libero“ auftreten. In diesem Fall muss er weniger sprinten und könnte erneut die Ära des königsblauen Betons aufleben lassen.
Neben Edin Džeko wird auch Nikola Katić bei der WM 2026 für Bosnien-Herzegowina spielen. Auch in diesem Fall schauen die Verantwortlichen auf Schalke genau hin. Das erste Spiel in ihrer WM-Gruppe absolvieren die Bosnier am 12. Juni gegen einen der Gastgeber: Mexiko.